Vorwort
Vorwort. Alles Gegenwärtige wurzelt in der Vergangenheit; es ist deßhalb unerträglich irgend eine Erzählung, mag sie nun die Geschichte eines Mannes oder eines Ereignisses betreffen, zu beginnen, ohne einen Blick aus die Vergangenheit zu werfen. Durch die verschiedenen Erscheinungen des Lebens das zu beschreiben wir unternommen haben, erden wir sehr häufig nach Piemont, das Geburtsland Garibaldi's, zurückgeführt werden. Die Männer der politischen That, wenn sie Männer des Fortschritts sind, haben ihre Stunden der Schwäche, worin sie, um neue Kräfte zu gewinnen, gleich Antäus das Bedürfniß empfinden jene vaterländische Erde wieder zu berühren, welche Brutus in seinem angeblichen Wahnsinn als die gemeinschaftliche Mutter küßte. Wir müssen daher eine flüchtige Skizze von den Vorgängen in Piemont von 1820 - 1824 geben, einer Epoche, mit welcher diese Geschichte beginnt. Die Kriege der Republik und die Einfälle des Kaiserreichs hatten nach Sardinien Männer geworfen, die noch jung ins Exil gewandert waren und als Greise zurückkamen; es waren zwei Brüder, mit denen die männliche Nachkommenschaft der Herzoge von Savoyen erlosch: Victor Emanuel I. und Carl Felix. Beide kamen zur Regierung. Vertreter der jüngsten Linie war der Prinz von Carignan, der im Jahre 1823 als Grendier in der französischen Armee den spanischen Feldzug mitmachte und sich am Trocadero ganz besonders auszeichnete.