Chapter

Erstes Kapitel

Das bayrisch-böhmische Grenzgebirge ist ungemein quellenreich und entsendet zahlreiche Gewässer nach allen Richtungen. Dieser anfangs durch Urwildnisse in felsigem Bette hinab brausenden, braunfarbigen Wasser hat sich die Industrie seit langem bemächtigt. Allenthalben klappern lustig die Wasserräder am Rande der rasch dahinflutenden Bäche und verdrängen die einstige feierliche Stille der hehren Waldeseinsamkeit. In ununterbrochener Thätigkeit verarbeiten die Schneidsägen die riesigen Stämme des Waldes und die großen Triften von Bau- und Brennholz bringen eine vielverzweigte Thätigkeit in das ganze Waldgebiet. An einem dieser in steilem Falle über felsiges Bett herabstürzenden Gebirgsbäche, der sich durch ein höchst romantisches Thal seine Bahn bricht, in dessen Nähe sich ein ärmliches Kirchdorf und eine große Glashütte befinden, sind mehrere kleinere Wasserwerke von der einfachsten Konstruktion angebracht. Es sind kleine Glasschleifereien und Polierwerke, deren Besitzer von der nahen Hohlglasfabrik ihre Ware in rohem Zustande beziehen und mittelst ihrer Schleif- und Poliersteine veredeln. Diese Glasschleifer sind ärmlich einfache Leute, obwohl die auf das Glas eingeschliffenen, oft prächtigen Landschafts- und Jagdbilder auf künstlerisch gebildete Arbeiter schließen lassen. Aber hier ist es, wie bei den Holzschnitzern in Berchtesgaden: Durch die fortwährende Uebung in dem

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