Chapter

Meine Argonautenfahrt

Als ich Anno 1920 die »Erlebnisse eines Erdenbummlers« niedergeschrieben hatte, dachte ich nicht daran, daß diese meine Lebensgeschichte eine Fortsetzung finden könne. Niedergebrochen lag das deutsche Kaisertum, seine stolzen Armeen waren zerstoben, sein Bürgertum hatte sich von einer Handvoll meuternder Matrosen und entlaufener Sträflinge einschüchtern lassen. Wer nicht an den Wert feuervergoldeter Worte glaubte, zog sich verzweifelt in sein inneres Selbst zurück und vermied es ebenso ängstlich, durch den Trübsalnebel in die Zukunft hineinzuschauen, wie er es vermied, durch die Scheiben zu gucken, vor denen draußen auf hufeklappernden Pferden die weißen Burnusse bärtiger Spahis vorübergetragen wurden. Es war die Zeit der unendlich langen Nächte, wo im besetzten Gebiet ein verspäteter Gang nach dem nächsten Briefkasten den Delinquenten um ein Vermögen bringen konnte. Von Geselligkeit war keine Rede mehr. Die Wirtsstuben blieben des Abends leer und unbeleuchtet, und die Straßenlaternen schienen nur noch deshalb angezündet zu sein, um die Finsternis sichtbar zu machen, patrouillierende Soldaten zu illuminieren und verliebte Kater, die ihren Weg über Dächer nahmen, unter denen verstimmte Menschenkinder sich schlaflos auf malproperen Betten wälzten. In dieser Zeit halb freiwilliger, halb erzwungener Klausur war ich mit der Außenwelt nur noch durch den dünnen Faden des Briefträgers

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