Chapter

Vorwort

Unsere Zeit ist reich an Memoiren, vielleicht reicher als jede frühere. Das kommt daher, daß es viel zu erzählen gibt Das Interesse für Zeitgeschichte ist um so gespannter, je dramatischer die Zeit und je reicher sie an schroffen Wendungen ist. Die Kunst der Landschaftsmalerei konnte nicht in der Sahara entstehen. An der Wende zweier Epochen, wo wir stehen, hat man das Bedürfnis, auf den erst gestern vergangenen, aber schon so fernen Tag mit den Augen derer, die ihn aktiv miterlebt haben, zurückzublicken. Darin liegt wohl die Erklärung für die ungeheure Entwicklung der Memoirenliteratur seit dem letzten Krieg. Vielleicht ist hier auch die Rechtfertigung für das vorliegende Buch zu finden. Schon die Möglichkeit, es zu schreiben, ist nur durch die Pause in der aktiven politischen Tätigkeit des Autors entstanden. Eine unvorhergesehene, wenn auch nicht zufällige Etappe meines Lebens ist Konstantinopel geworden. Im Biwak – nicht zum ersten Mal in meinem Leben – harre ich hier geduldig dessen, was weiter kommen wird. Ohne eine Dosis „Fatalismus“ wäre das Leben eines Revolutionärs überhaupt unmöglich. Jedenfalls ist die Konstantinopeler Pause der geeignetste Moment, Rückschau zu halten, bevor die Umstände es wieder erlauben, weiterzuschreiten. Anfangs schrieb ich flüchtige autobiographische Skizzen für die Zeitungen und dachte, mich damit zu begnügen. Ich möchte hier noch feststellen,

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