Chapter

Vorwort

Mir ist, als stieg' eine Quelle Ganz fern – und nah zugleich – Wie Märchen klingt es dann helle Vom rauschenden Wipfelreich. So hat ein Dichter gesungen – und wir warten ja alle darauf, daß die Quelle hervorsprudele – daß ein Märchenhauch in die glanzlose Mühe und Arbeit des Alltags falle. Heute hab' ich ein Märchen zu berichten. Eine Wundermär, die mir hochragende dunkle Nadelholzbäume, jungfräuliche schlanke weißstämmige Birken weit droben im Lande der tausend Seen, die wie ebensoviele helle Augen blinken, zugeraunt haben. Und es handelt von Liebe! Selbstverständlich von Liebe! Wovon sollte es sonst handeln? Was bringt das Märchen denn in dieser Wüstenöde der irdischen Welt anderes hervor als gerade Liebe? Ich habe dieses Märchen nicht selbst geträumt oder mir ausgedacht. Nicht ich hab' es geschaffen. Allerdings ist es im Herzen eines Menschen entstanden, in den Gedanken eines Menschen ist es heimisch gewesen – und dann in lebendige Wirklichkeit umgesetzt worden. Aber nicht von mir. Ich habe nur einer anderen zugehört, die dieses Märchen erzählt hat; ich habe diese andere gesehen, die es erlebt hat. Und jetzt möchte auch ich es andern mitteilen, denn es ist wohl wert, gehört zu werden. Und wir alle sehnen uns ja danach, daß die Quelle hervorsprudele und aus den hohen Baumwipfeln das Märchen zu uns herniederrausche … Wir müssen um mehrere Jahrhunderte der Weltgeschichte

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