Einleitung: Master Humphrey
Der Leser erwarte nicht, daß ich ihm namhaft mache, wo ich wohne. Im gegenwärtigen Augenblick mag allerdings mein Aufenthalt für Niemand von besonderer Wichtigkeit sein; wenn ich aber meine Leser mit fortreiße, wie es hoffentlich der Fall sein wird, wenn sich zwischen ihnen und mir Gefühle traulicher Zuneigung und Achtung entspinnen sollten, welche vielleicht manchen Verhältnissen, wären sie auch noch so leicht mit meinen Erlebnissen oder Weltanschauungen verbunden, Interesse zu verleihen im Stande sind, so wäre es wohl möglich, daß eines Tags sogar meine Wohnung eine Art Zauber für sie gewänne. In der Voraussetzung dieser Möglichkeit möchte ich ihnen daher gleich Anfangs zu verstehen geben, daß sie vergeblich darauf rechnen, ihn je zu erfahren. Ich bin kein sauertöpfischer alter Mann. Freundlos kann ich nie sein, denn ich zähle das ganze menschliche Geschlecht zu meiner Verwandtschaft und stehe mit jedem Gliede meiner Familie auf gutem Fuße. Ich habe jedoch seit vielen Jahren ein einsames, abgeschiedenes Leben geführt; – welche Wunden ich dadurch zu heilen, welchen Kummer ich dadurch zu vergessen suchte – gleichviel; die Versicherung möge zureichen, daß mir die Einsamkeit zur Gewohnheit wurde, und daß ich nicht gerne den Zauber zerstören möchte, dessen beruhigender Bann so lange mein Herz und meinen Herd gefangen hielt. Ich wohne in einer ehrwürdigen Vorstadt Londons, in einem