Chapter

Erster Aufzug

Zimmer bei Gerda Hübner. Mitteltür und eine Seitentür rechts hinten; links zwei Fenster, mit Blumenstöcken davor. Dutzendmäßige Chambregarnie-Einrichtung. Rechts vorn Tisch mit Sesseln und Stühlen; links vorn Schreibtisch. An der Mittelwand links Kleiderschrank, rechts Kommode; in der Ecke rechts Ofen. Zwischen den Fenstern Wandspiegel. Auf dem Schreibtisch Bücher und eine große Photographie im Stehrahmen. Nur einige Bilder und bescheidene Dekorationen an den Wänden bekunden den persönlichen Geschmack der Bewohnerin. Erster Auftritt Frau Schwalb. (Gleich darauf) Gerda Frau Schwalb (sitzt auf einem Sessel, in ein Zeitungsblatt vertieft. Sie liest, die Lippen bewegend und leise mitsprechend. Dazwischen trocknet sie sich die Tränen, die ihr vor Rührung über die Wangen laufen) Gerda (in Hut und Mantel, durch die Mitte, sieht sie sitzen; erstaunt) Frau Schwalb . . .? Frau Schwalb (erschrocken) Ach Herrje! – Nehmen Sie's man nicht für ungut, Fräuleinchen, daß ich mir zu Ihnen 'reingesetzt habe. Da drüben bei mir is es so duster, und den Gas will man doch auch nich immer brennen am helllichten Tage. (Sie ist aufgestanden) Gerda (hat Hut und Mantel abgelegt und gibt sie in den Schrank) Warum sollt' ich denn . . . (Sie sieht sie an) Aber Sie haben ja geweint! Frau Schwalb Ach, nur von wegen den dämlichen Roman im Lokalanzeiger. Heut is es wieder zum Steinerweichen. Gerda (lachend)

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