Im Klub
In einer Seitenstraße der Linden, welche diesen einzigen Boulevard Berlins mit der Dorotheenstraße verbindet, steht ein vornehm aussehendes einstöckiges Gebäude. Die gardinenlosen Fenster und die allnächtlich bis zum späten Morgen vor der Haustür haltenden Droschken lassen vermuten, daß das vornehme Palais nicht zum Wohnen bestimmt ist, sondern anderen Zwecken dient. An einem Julimorgen des Jahres 188x bot das geschilderte Haus das gewohnte Bild, nur mit dem Unterschiede, daß die Droschkenkutscher in lebhaft erregtem Tone ihrem Unmute Ausdruck gaben, weil sich immer noch kein 6 Fahrgast blicken ließ, trotzdem die Turmuhr der nahen Dorotheenstädtischen Kirche schon die fünfte Morgenstunde geschlagen hatte. Auch der brave langbärtige Portier mit der goldbetreßten Mütze wußte keine Auskunft zu geben. »Det muß heute 'ne dolle Nummer oben sind,« meinte er achselzuckend. »Noch keener is wieder 'rausjejangen. Denn sind se alle anjeschossen! Der holländische Baron, der vorjestern anjekommen ist, wird se wohl alle scheen hochjenommen haben.« Die Ahnung des biederen Türhüters war nur zu begründet. In dem großen, prächtigen Saale des ersten Stockes stand dicht gedrängt um den Ecarté-Tisch eine reiche und vornehme Gesellschaft. Durch den furchtbaren Nervenreiz waren die Gesichter der Herren gerötet, und sie folgten den Peripetien des Spiels, während die Hände krampfhaft die knöchernen