Chapter

Kapitel 1

Vor einem der zahlreichen Emigranten-Kosthäuser, mit welchen Greenwich-Street in New-York im Jahre 1849 noch besetzt war, hielt an einem Juni-Morgen ein einspänniger, ärmlicher Leichenwagen. Das Haus, obgleich kleiner, als viele der übrigen, zeichnete sich vor diesen durch eine gewisse Respectabilität der Erscheinung aus, die indessen mehr in der äußeren Reinlichkeit und Ordnung, als in andern Unterschieden, ihren Grund fand. Der Leichenfuhrmann schwang sich eben auf den Bock, um den einsamen Todten, der in dem ringsum pulsirenden Leben nirgends eine Lücke verursacht zu haben schien, der wie so Viele vor ihm und so viele Tausende nach ihm unbekannt in unbekannter Erde ruhen sollte, hinwegzuführen, als aus dem Innern des Hauses ein junges Mädchen in die offene Hausthüre stürzte und hier in die Kniee brach. Eine ältliche Frau, die ihr gefolgt war, fing sie auf und schien in gutmüthigem Eifer ihr zuzureden, bis mit verdrießlichem Gesichte, die Hausmütze auf den Hinterkopf schiebend, eine wohlbeleibte Wirthsfigur hinzutrat. „Du kannst nicht mit, Mädchen,“ sagte der Mann, als streite sich Unmuth und eine Regung von Mitleid in ihm, „der Wagen fährt viel zu schnell, und Du könntest ohnedies den Weg nicht wieder hierherfinden. ’s ist traurig, aber doch nicht zu ändern.“ Der Wagen fuhr im Trabe davon, das Mädchen stieß einen Schrei und streckte die Arme dem schwarzen Gefährt nach, alle

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