Die Entscheidung
Die Lösung, wenn man sie so nennen konnte, war brutal in ihrer Einfachheit. Der Mars hatte Wasser, gefroren unter der Oberfläche, und die Geologin Dr. Petrowa hatte vor Monaten eine Stelle kartiert, an der das Eis nur zwanzig Meter tief lag. Wenn sie graben konnten, wenn sie das Eis schmelzen und filtern konnten, dann hatten sie Wasser. Und mit Wasser konnten sie Sauerstoff produzieren und die Gewächshäuser erweitern und vielleicht, vielleicht, lange genug überleben, um herauszufinden, warum die Erde schwieg.
Hanna leitete die Grabung. Ihre Hände waren die eines Ingenieurs, geschaffen für Probleme, die sich mit Werkzeugen lösen ließen, und sie war dankbar dafür, denn die Probleme, die sich nicht mit Werkzeugen lösen ließen — die Angst, die Einsamkeit, die wachsende Spannung zwischen den Kolonisten — waren zu groß für sie.
Am siebten Tag stieß der Bohrer auf Eis. Klares, reines Eis, das im Licht der Scheinwerfer leuchtete wie ein Versprechen. Hanna kniete am Rand des Bohrlochs und sah hinunter, und zum ersten Mal seit Wochen lächelte sie. Es war kein Sieg, es war ein Aufschub, aber auf dem Mars hatte man gelernt, dass Aufschübe manchmal alles waren, was man bekam.