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Marianne

Ferdinand v. Saar Marianne (1873) Die folgenden Mitteilungen rühren von einem Poeten her, welcher seinerzeit einiges von sich reden gemacht, nunmehr aber, wie so mancher andere, verschollen und vergessen ist. Das Wenige, das er geschrieben, mag noch hie und da im Bücherschrank eines Literaturfreundes oder in dem bestäubtesten Fache einer Leihbibliothek zu finden sein, und der Zukunft bleibt es anheimgestellt, ob sein Name noch einmal genannt werden wird oder nicht. Am 15. April ... Ostern ist vorüber, teuerster Fritz, und allmählich schließen sich die Salons der Residenz. Ach, wie oft hab' ich im Laufe dieses Winters Deiner und der stillen Universitätsstadt gedacht, wo Du mit einer kleinen Schar begeisterter Hörer ganz Deiner Wissenschaft lebtest, während ich hier, von Einladungen und gesellschaftlichen Verpflichtungen aller Art im Kreise herumgejagt, zu keiner Ruhe und Sammlung des Geistes, zu keiner gleichmäßigen Tätigkeit gelangen konnte. Und dabei noch das drückende Gefühl, daß man all den Leuten, die einem ihre schimmernden Prunkgemächer öffnen, doch eigentlich nichts ist und auch nichts sein kann! Wenn ich so in später Nacht mißmutig und abgespannt aus irgendeiner glänzenden Gesellschaft in meine entlegene Vorstadt zurückkehrte, da fiel mir dieser leidige Müßiggang stets schwer aufs Herz, und mehr als einmal nahm ich mir vor, alle Beziehungen abzubrechen, in welche ich

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