Vorwort
Das Publikum erhält hier eine Darstellung jener Epoche der österreichischen Geschichte, deren Würdigung, meiner Ansicht nach, bisher noch allzusehr vernachlässigt wurde, der Epoche des Werdens und Keimens neuer und dem allgemeinen Fortschritt der Civilisation entsprechender Einrichtungen, welche in der unmittelbar darauf folgenden Zeit Josephs II. theilweise zur Blüte gekommen, und in noch späteren Zeiten Frucht getragen haben; ich enthalte mich, diese Ansicht hier weiter auszuführen, da ich dieselbe sowohl in der Einleitung andeutete, als auch in dem Werke selbst an geeigneten Orten entwickelte. Indem ich meine Aufgabe von diesem Gesichtspunkte aus betrachtete, durfte ich bei Lösung derselben nicht bloß das äußerliche Interesse der Ereignisse, besonders der Kriegsvorfälle, sondern vielmehr ebenmäßig das innerliche der Staatsentwickelung hervorheben, und durfte ich ferner, wenn ich den Charakter der großen Monarchin als Mittelpunkt annahm, nicht versäumen, die Charaktere jener bedeutenden Männer zu schildern, durch welche und mit welchen Mana Theresia ihrer Regierung eine bleibende Bedeutung für die Geschichte der österreichischen Monarchie verschaffte. Es war meine redliche Absicht, vorurteilsfrei und unpartheiisch die Wahrheit zu ergründen und darzustellen; und so schien es mir nicht unzweckmäßig, in gleicher Weise, wie ich die bedeutenderen Charaktere oft selbstredend