Chapter

I.

Gnädige Frau, wissen Sie denn, daß Stassingk wieder da ist? – fragte im gleichgültigen Ton des Ballgespräches, nur um etwas zu sagen, Herr von Nyvenström, der schwedische Gesandtschaftssekretär. Dabei lachte der große, blonde Mann, dessen Kopf mit dem dichten, hängenden Schnurrbart, den fast weißen Augenbrauen und kurzen, weißblonden, nach hinten gekämmten Haaren durch die kugelrunde Schädelform etwas Seerobbenartiges erhielt. Maria da Caza blickte ihn mit ihren mandelförmigen, dunklen Augen verwundert an, schob sich die Armbänder höher auf den schöngeformten Arm hinauf und antwortete: – Wer ist Stassingk? – Er war doch früher schon in Berlin! – Ich kenne ihn nicht! Ueber Herrn von Nyvenströms Antlitz glitt ein Lächeln, als freue er sich, wenn er nur den Namen hörte: – Stassingk? Gnädige Frau, den sollten Sie nicht kennen? Sie haben vielleicht den Namen vergessen! Das ist ein zu reizender Mensch. Er war Attaché bei der deutschen Legation in Stockholm, als ich im Ministerium arbeitete. Dann habe ich ihn in Washington wiedergetroffen und in Madrid. Und überall hatte er das gleiche Glück bei allen Damen!« Maria da Caza hörte gleichmütig zu und hob nur ein wenig den schönen Kopf mit dem reichen, schwarzen Haar, in dem ein Diadem von Brillanten blitzte. Als der Schwede die letzten Worte sprach, ward sie ungeduldig: – Dieser Herr von Stassingk oder wie er heißt ... – Pardon, Graf

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