Chapter

Marguerite

Jetzt ist es genau ein Jahr her, daß ich das hohe Glück genieße, Sie persönlich zu kennen und mit Ihnen in sehr anregendem Briefwechsel zu stehen, welch letzterer freilich ein von meiner Seite nicht verschuldetes Ende zu nehmen scheint. Nicht weniger als dreiundvierzigmal habe ich Ihnen geschrieben, was ja für einen Pensionisten, der nichts zu tun hat und in einer Kleinstadt sich langweilt, kein besonders großes Opfer bedeutet. Sie hatten die Güte, mir einige Male zu antworten, allerdings immer kurz und förmlich, hüllen sich aber seit einem vollen Vierteljahr in, tiefstes Stillschweigen, was ich nicht verdient zu haben glaube, da ich sowohl an Ihren Büchern als auch an Ihrer hochgeschätzten Person ein so lebhaftes Interesse habe. Daß auch Sie ein ähnliches für meine Wenigkeit übrig hätten, habe ich in Ihrem Benehmen anläßlich unseres zufälligen Bekanntwerdens in der Eisenbahn entnehmen zu dürfen geglaubt und Ihnen daher in meinen letzten Briefen meinen Werdegang vom Schuhmacherskind und Volksschüler bis zum Rechnungsrat i. R. eingehend geschildert, wozu ich bis heute eine Äußerung Ihrerseits leider vermisse. Die Vermutung, daß ich von Ihnen überhaupt kein Lebenszeichen mehr empfangen werde, stimmt mich bitter. Hochachtungsvoll..., Rechnungsrat i. R. * Sehr geehrter Herr! Seien Sie wieder gut, bitte. Als Antwort auf Ihre umfangreichen biographischen Mitteilungen will auch ich

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