Chapter

Erstes Kapitel

Graf Meinhardt zu Aich spähte zum Fenster des Abteils hinaus. Da – zwei Gestalten, ein junges Mädchen in Schwarz, daneben ein Ulan, dem aus dem Mantel die drei Kragensterne des Rittmeisters lugten. Im Augenblick darauf umarmten sich die Geschwister. Das Henrietterl, wie Gräfin Henriette zu Aich genannt wurde, untergehakt, ging er dem Ausgange zu, während der Offizier sich um das Gepäck kümmerte. »Das Telegramm kam zu spät. Unter einer Woche kann man von Amerika nicht herüberkommen! Und nun, wo Papa nicht mehr ist, scheint's mir doch, als wären diese ganzen – wie lange ist es? – sieben Jahre ein Unsinn gewesen. Aber er hat's so gewollt, ich hab' nicht anders können! Wie geht dir's Henrietterl?« Sie sah ihn an mit ihren ewig lächelnden Augen: »Ah, sehr gut!« Er kehrte zu seinem Vater zurück: »Der arme Papa, hat er sich denn gequält?« »Nein, wie man hört, nicht.« »Bist denn nicht dabei gewesen?« »Es geschah zu plötzlich. Er hatte ja schon einen Schlaganfall gehabt, nun kam der Herzschlag noch hinzu.« »Und der Poldi?« »Ah, der ist ja erst zur Beerdigung gekommen!« »Aber du hast den Papa doch noch gesehen?« »Ossana ist mit mir hin.« Graf Meinhardt blieb stehen: »Wie ist denn seine Frau?« »Der Papa war ja schon unten am Friedhof!« »Also auf der Rochusburg bist nicht gewesen?« Ihre Augen flammten: »Wo denkst denn hin?« Als sie im Fiaker saßen, zu dritt, sagte der Älteste, indem er den

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