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Margarethe Maultasch

Historische Erzählung Druck und Verlag von Kath. Herzabek Prag 1855 Es war eine helle, schöne Lenznacht des Jahres 1341; aber trotz Mondenschein und Sternengefunkel musste der Altenbach doch im tiefsten Dunkel seinen Weg suchen über das zerklüftete Gestein in seinem engen Bette, und auf gut Glück den Sprung herabwagen von Fall zu Fall; denn sein Gebiet war damals, ehe es weder die Not der Zeit noch die Kultur mit ihren scharfen Waffen angefallen und ehe seine Waldkrönung so zusammengeschrumpft vor Alter, wie wir sie heute sehen, noch ein gar stattlicher Waldtitane und die beiden grünen Arme, die es schirmend gelegt um das schöne Tal, wohl von den schattigsten der hundert Briareusarme, die die Alpennatur liebend geschlungen ringsum und durch das schöne »alte Land Tirol«. Der muntere Bach hüpfte, wenig angefochten von Nacht und Dunkel, mit leise flüsterndem Geplätscher talab und der Etsch zu, als er plötzlich, rasch um eine hohe Porphyrklippe gekommen, seine Wellen von hellem Flammenscheine gerötet sah. Der Schein kam von dem Feuer eines Herdes, das aus dem offenen Fenster einer einsamen Holzhütte hell durch die flüsternden Erlenzweige in die Nacht hinaus leuchtete. Die Hütte schien auf den zerrissenen Steinblöcken nur durch die mächtigen Föhren gehalten, zwischen deren abgeästeten Stämmen ihr Dach- und Sparrenwerk hing, offenbar nur für kurze Rast und zu Schutz vor Wetternot von

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