Chapter

Die Reuttermühle

Der Hund bellte zornig, sprang von seinem Herrn weg und lief quer durch den Turbinenkanal auf den Weg. Der Kanal lag trocken, seitdem nach der Schneeschmelze das Wehr vom Hochwasser weggerissen worden war. Es stäubte unter seinen Pfoten auf. Der Hund lief gegen einen Mann an, der sich näherte. Ambos pfiff ihn zurück. Der Mann blieb jenseits des Kanals, und Ambos sah, daß es ein Güterhändler aus Kempten war. Auf seinen Namen besann er sich im Augenblick nicht. Einen Namen konnte man vergessen, wenn es einem so wenig darauf ankam, wie auf den dieses Güterhändlers, mit dem Ambos nie etwas zu tun gehabt hatte. Aber weshalb fühlte er ein Unbehagen, daß jener in seinen Besitz getreten war und dastand und die Augen über das alte, schwere, hochdachige Wohnhaus, über den Bau der Ställe und Scheunen und das stillstehende Sägewerk der Reuttermühle und die Bretterstapel führte, die unverkauft sich rundum häuften? »Wie wär's mit uns? Gibt's nicht mal ein Geschäft miteinander?« sagte der Güterhändler. »Und was sollte das sein?« fragte Ambos kurz angebunden. »Na, ich mein' bloß so im Ungefähr. Es könnte ja mal ein Fall kommen, den wir miteinander …« »Ich bin doch nicht Güterhändler«, wies ihn Ambos unfreundlich ab. »Na, freilich nicht! Weiß schon. Also nichts für ungut, Herr Ambos. Ich kam grad zufällig vorbei und sah Sie. Da hab' ich mir gedacht, ein Gruß und ein Wort kann nie was schaden.«

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