Erster Teil
Die Folge der Schlacht bei Magenta war die völlige Räumung der Lombardei und das Zurückgehen der österreichischen Armee auf die Mincio-Linie. Dies geschah natürlich nicht so rasch und nicht ohne einzelne Kämpfe. Von diesen war der bei Melegnano der wichtigste und blutigste. Das Hauptquartier war zunächst nach Binasco verlegt worden, nachdem sich der Generalfeldzeugmeister trotz der Ankunft der frischen Truppen, der günstigen Gelegenheit und der Desorganisation des Feindes gegen den Rat der meisten Generale entschlossen hatte, die Schlacht nicht wieder aufzunehmen und sie somit verloren zu geben. Als Rückzugspunkt wurde zunächst Lodi und die Addalinie angegeben, die auch in den früheren Kriegen der Österreicher und Franzosen eine bedeutende Rolle gespielt hat. Pavia und Piacenza wurden verlassen, vieles Kriegsmaterial und eine Menge Proviant zurückgelassen. Der Rückzug an die Adda geschah, ohne daß bis zum 8. Juni auch nur ein französisches Korps zu erblicken war. Erst am 6. Juni, als der Abmarsch der Österreicher sicher war, verlegte der Kaiser Napoleon sein Hauptquartier nach Magenta; am 7. rückte Mac Mahon in Mailand ein, am Tag darauf hielt unter dem Jubel der Bevölkerung, die sich seit vier Tagen und vier Nächten in einem unaufhörlichen Taumel befand, der Kaiser an der Spitze der Garden mit dem König Viktor Emanuel seinen Einzug. Von hier aus erhielten das 1. und 2. Korps