Im Schweizer-Saal!
Es war Neujahr – der Abend des Tages, mit dem das alte Jahr 1858 seinem Nachfolger 1859 den Platz in der Weltgeschichte und im Leben der einzelnen Menschen räumte, deren Leiden, Thaten und Leidenschaften eben die Geschichte des Ganzen zusammen bauen. Der kranke König von Preußen, Friedrich Wilhelm IV., verweilte mit seiner Gemahlin, dieser erhabenen Frau des Duldens und der Liebe, ähnlich der unvergeßlichen Luise, im Palast Caffarelli am Forum von Rom. Es war das Herz durchschneidend gewesen, als der König, das Opfer seiner Treue für den vorangegangenen Schwager, von seinem Volke schied, um schon damals fast willenlos nach dem Süden geführt zu werden, nicht Heilung, sondern nur Linderung seines Zustandes erhoffend, – von seinem Volke, für das er so viel gethan, und das seinem willigen Herzen mit so traurigen Erfahrungen gelohnt hatte. Sein größter, fast sein einziger Fehler war ja doch nur seine Güte und Liebe! Wir erinnern uns noch genau bis in die kleinsten Details des Oktober-Morgens auf dem Anhalter Bahnhof, als er schied. Eine Anzahl seiner Getreuen aus allen Ständen, darunter viele offenbar geringe Leute, hatten sich eingefunden, den scheidenden kranken Herrn noch einmal zu sehen und ihm einen Abschiedsgruß zuzurufen. Der Salonwagen mit dem Königlichen Paar und dem nächsten Gefolge hielt nicht am gewöhnlichen Perron, sondern auf den Seitenschienen der Güterwaggons von der