Chapter

Lebendig begraben!

Haspinger, ohne sich um das Paar zu kümmern, von dem die Gräfin eine Zeitlang wirr umher starrte, ehe sie die Erinnerung an die furchtbaren Ereignisse wieder fand, hatte die Bunda genommen, die vorher den Schatz geborgen, und zog das Besteck aus der Tasche. Nach der Anweisung des Verwundeten, dessen Hand die des Mädchens festhielt, und von seinen Erfahrungen in Krieg und Jagd unterstützt, untersuchte er mit der Sonde die Wunde und fand bald die Kugel, die an dem Schulterknochen sitzen geblieben war. Ohne einen Laut des Schmerzes von sich zu geben, ließ der Slowak sie von der ungeübten Hand des alten Gemsenjägers ausziehen und die Wunde dann verbinden. »Gott und dem heili Antoni sei Dank« sagte der Alte, »der Mordbuab hat Oes nit zum Tod g'troffen.« »Warum mißgönnen Sie mir den raschen Tod?« frug der Verwundete. »Um uns ist die Nacht des Grabes, der wir nicht entrinnen können, und traurig ist es, Die sterben zu sehen, die man liebt!« »Der Hergott und die Heili sein über uns« sagte der alte Mann mit Ruhe. »So lang uns sei Odem in der Brust is, soll ma nit verzweifeln an der Rettung. Es find halt schon gnua Leut begrab'n worden von der Lawin' und die Heili hab'ns wieder an's Tagslicht g'führt!« »Gewiß, gewiß, wir wollen beten, wir wollen Geld geben an die Kirchen! – ich will Alles herausgeben, die Diamanten der Signorina – aber laßt uns nicht hier sterben! Ihr müßt uns retten aus

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