Ein Duell in der Wüste
Die Sonne war längst hinter den Felswänden des Thales versunken, als der Matadreo noch immer einsam und unbeweglich gleich einer Steingestalt auf seinem Platz am Brunnen unter den Palmen saß. Zu seinen Füßen lagen winselnd die beiden Löwenkatzen. Er hatte sie an dem Brunnen getränkt und dann achtlos auf die Erde geworfen. Das klägliche Heulen des Schakals, das Winseln und kinderartige Geschrei der Hyäne, das Schnauben des Panthers begann nach und nach in unheimlicher Weise umher den Grund des Thals und das Buschwerk der Abhänge zu beleben. Es war die Zeit, wo die Bewohner der Wildniß herbei kamen, an der gewohnten Stelle ihren von der Hitze des Tages bis zur Qual gesteigerten Durst zu löschen. Aber ihre feinen Sinne verkündeten ihnen die Gegenwart ihres Erbfeindes, des Menschen, und scheuchten sie zurück von der Quelle. Nach und nach wurde das Geheul, Geschrei und Schnauben immer grimmiger und wilder, wie der Durst der Bestien verzehrender wurde, – und aus dem furchtbaren nächtlichen Concert klang eine blutige Drohung. Zuweilen erhob der Mann am Brunnen seinen Kopf, wie um zu lauschen – nicht auf das näher kommende Geräusch der Raubthiere, – das schien ihn wenig zu kümmern! – sondern auf ein anderes Geräusch, das er erwartete. Wenn er diese Laute dann nicht hörte und an dem Lauf der Gestirne erkannte, daß die Stunde noch nicht gekommen, dann versank er wieder auf's Neue in