Chapter

Erster Teil. Italienische Märchen

»Es gibt keine schöneren Märchen, Als die das Leben ersinnt.« Andersen In Neapel streiken die Angestellten der Straßenbahn; längs der ganzen Riviera di Chiaja zieht sich eine Kette leerer Straßenbahnwagen hin, während sich auf der Piazza Vittoria ein Haufen von Wagenführern und Schaffnern angesammelt hat. Lauter fröhliche, lärmende Neapolitaner, beweglich wie Quecksilber. Über ihren Köpfen, hinter dem Gitter des Gartens, hoch in der Luft, glänzt der dünne Strahl eines Springbrunnens gleich einer Degenscheide. Ein großer Haufen von Menschen, die nach allen Richtungen der ungeheuren Stadt fahren müssen, umringt die Straßenbahner, und alle diese Handlungsgehilfen, Gesellen, Hausierer und Näherinnen äußern böse und laut ihre Mißbilligung über die Streikenden. Zornige Worte, boshafte Sticheleien ertönen, und unaufhörlich fuchteln Hände in der Luft herum, mit denen der Neapolitaner ebenso ausdrucksvoll und beredt zu sprechen weiß, wie mit seiner nie still stehenden Zunge … Vom Meere her weht eine leichte Brise, die ungeheuren Palmen des Stadtparks schaukeln leise ihre dunkelgrünen, fächerförmigen Blätter hin und her, während ihre Stämme den Füßen ungeheurer Elefanten gleichen und so aussehen, als wären sie aus Stein gehauen. Kleine Knaben – die halbnackten Kinder der Straßen von Neapel – springen umher wie Sperlinge und erfüllen die Luft mit Lachen und lautem Geschrei. Die Stadt, die

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