Chapter

Die Flucht

»Gnädige Frau, das Auto ist da!« Elisabeth lief noch einmal rasch durch die Wohnung, um sich zu vergewissern, daß sie nichts vergessen hatte. Viel war es ja überhaupt nicht, was sie mitnahm. Alles, was zu dieser Wohnung gehörte, was sie an das Leben in ihr erinnern mußte, ließ sie zurück. Wie sie so in der letzten Minute mit flüchtigen Augen die Zimmer durchflog, überschwemmte ihre Seele, zum Abschied gleichsam, der ganze Ekel der in diesen Räumen verlorengegangenen Jahre. Unordentlich die Zimmer, die Kästen offen – im Schlafzimmer Betten, Wäsche, Kleider, alles wirr durcheinander – grauenhaft! Sie glaubte noch in der Luft den schalen Geruch zu spüren, den die ausgehenden Zigaretten ihres Mannes zurückzulassen pflegten. – – – Gott sei Dank – fort – fort! Sie nahm ihre Handtasche. Warf den dichten Schleier übers Gesicht. Lief die Treppen hinunter; das Mädchen keuchte hinter ihr drein, indem es den Koffer über die Stufen zerrte. Es war ein gutes Mädchen, ehrlich und der Frau anhänglich. Es hatte gesehen und miterlebt. Sein primitiver, keine Nuancen kennender Erdinstinkt trieb es auf die Seite der Frau. Gegen den Mann. Es freute sich, daß Elisabeth jetzt fort konnte. Frei wurde – – – Die junge Frau war bereits am Tor. Riß es auf. Im selben Moment fuhr hinter dem auf sie wartenden Wagen ein anderes Auto heran. Ein mittelgroßer, schlank gebauter Mann sprang heraus, warf den Schlag

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