Erstes Kapitel
Der Polizeikommissär Mirko Bovacs war ratlos. Nein, er war nicht bloß ratlos, sondern vollständig verzweifelt. So etwas war ihm doch im Laufe seiner Dienstzeit noch nicht vorgekommen. Da hatte er mit Aufgebot eines ungemeinen – wenn man wohlwollend sprechen wollte, so konnte man sagen: übermenschlichen – Scharfsinnes unter dem internationalen Publikum Abbazias in einem ganz gewöhnlichen Herrn Müller den lange gesuchten Innesvarer Bankräuber entdeckt und nun ließ sich Herr Müller nicht verhaften, sondern saß auf dem Dach seines kleinen Häuschens und schoß aus zwei Brownings wie wild um sich. Das war gegen alles Herkommen. Wenn man entdeckt war, so hatte man verspielt und war verpflichtet, sich zu fügen. Wenigstens war das von jedem anständigen Verbrecher so zu erwarten. Man machte dann der Polizei keine ernstlichen Schwierigkeiten mehr und nahm sich nur vor, bei der nächsten Partie vorsichtiger zu spielen. Zuerst hatte die Nachricht von der Entdeckung des Bankräubers Furcht und Entsetzen unter der Badegesellschaft verbreitet. Also solchen Dingen war man ausgesetzt. Die Gäste des Hotels Royal, in dem Herr Müller einige Male zum Speisen erschienen war, konnten sich vor Aufregung nicht fassen. »Da weiß man ja schon wirklich nicht mehr, mit wem man an einem Tisch sitzt«, sagte die Hofrätin Kundersdorf. Und der junge Dichter Bystritzky, der nur mit alten Damen verkehrte und den