Kapitel 1
Die dunkelfarbige Dienerschar des Hauses war bei der Nachricht des Kammerdieners in beispiellose Aufregung geraten und schoß, geheimnisvoll flüsternd und gestikulierend, über Treppen und Korridore wie eine geschäftig rieselnde Flut, die alles überschwemmt. Es war einfach nicht zu glauben: der Herr hatte Auftrag gegeben, seine großen Koffer zu packen, alles für eine lange Reise vorzubereiten und bei der Agentur der Hamburg-Südamerika-Linie ein Billett für den nächstfälligen Dampfer zu lösen, der auf dem Wege von Buenos Aires nach Europa den Hafen von Santos berührte. Kein Diener des Hauses konnte sich erinnern, daß der Herr Sao Paolo jemals auf längere Zeit verlassen, oder gar nach Europa gereist wäre. Und heute auf einmal – und so plötzlich? Entschluß, Befehl und Durchführung, alles im Verlaufe einer einzigen Stunde! Was hatte das zu bedeuten? Was hatte sich ereignet? Was war mit dem Herrn vorgegangen, daß eine solche Wandlung seiner Lebensgewohnheiten eintreten konnte? Indessen wanderte der Herr des Hauses in ruheloser Erregung vom Schreibtisch zu den großen Flügeltüren, die sich von seinem Arbeitszimmer auf die Terrasse öffneten, starrte mechanisch durch die Glasscheiben auf das fettige Laubwerk des Tropenparkes, auf die weißen stolzierenden Pfauen – wanderte wieder zurück zu seinem Schreibtisch, warf sich grübelnd in den Klubsessel und zerbiß nervös seine grüne Zigarre. Er