Chapter

Prinz Rosenroth und Prinzessin Lilienweiß

oder die bezauberte Lilie, romantisches Zauberspiel in drei Aufzügen. Personen. I. Aufzug. Wilde, felsige Gegend. Prinz Rosenroth sitzt erschöpft auf einem Felsblock. Nicht weit von ihm liegt Casperl auf dem Boden. Prinz Rosenroth. Ich bin ein unglücklicher Prinz; ein ganzes Jahr schon durchziehe ich die Welt, ohne das Ideal zu finden, welches ich erringen möchte, ja erringen muß! Wie viele Gefahren und Abenteuer habe ich schon überstanden und noch bin ich nicht am Ziele! Wie am Himmel ein helles Gestirn – so leuchtet mir das Bild der Prinzessin Lilienweiß von ferne; seine Strahlen dringen bis in das Innerste meines Lebens – aber unerreichbar ist daß himmlische Bild, wie mir däucht, und ich werde endlich aus Sehnsucht verschmachten! Ja, ich bin recht unglücklich! Casperl. Jetzt hören's a mal auf mit dem Lamentiren! Was soll denn ich nachher sagen? Sie haben alle Tag eine Portion Sehnsucht zum verzehren; aber ich hab gar Nix als Hunger und Durst und bin alleweil hundsmüd dabei. Ja, wie wir noch geritten sind, da war's doch passabel zum aushalten; aber seit sich uns're Rößeln die Fuß' abgelaufen haben vor lauter Hetzen und Jagen und seit wir z'Fuß auf Abenteuer ausgehen, ist's schier nimmer ausz'halten. – Was habn 'S denn alleweil mit der Prinzessin? Muß's denn grad die sein. Prinzessinen gibt's ja genug auf der Welt, reich und schön, die einen Mann brauchen können. Ich thät mir

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