Vorwort und Einleitung
des Camoens. Aus dem Portugiesischen in Deutsche Ottavereime übersetzt [von Friedrich Adolph Kuhn und Theodor Hell] Wien, bey Anton Pichler. 1816 Es bedarf nur weniger Worte, um dieselben der gegenwärtigen Uebersetzung der Lusiade des Camoens als Vorrede vorauszuschicken; und diese Vorrede kann füglich nichts enthalten, als die Ertheilung einiger Rechenschaft über das Unternehmen und über die Art, wie man damit verfahren zu müssen geglaubt hat. Es gab in Deutschland keine Uebersetzung der Lusiade und keine Ankündigung hatte eine dergleichen Arbeit irgend wo versprochen, das Gedicht in der Originalsprache selbst war in wenig Exemplarien unter uns zu erlangen und daher, soviel hier und da von demselben gesprochen ward, seinem Inhalte und noch mehr seinem individuellen Geiste nach ziemlich unbekannt; die Uebersetzungen der uns literarisch näher bekannten auswärtigen Nationen von diesem Werke schienen nicht dazu geeignet, ein reines treues Bild von demselben darzubieten. Eine Uebersetzung der Lusiade endlich, die mehr noch als aus allen diesen Gründen unternommen ward, um durch diese Studie und durch ein kräftiges Ringen mit unsrer Sprache einige Herrschaft über dieselbe zu gewinnen, eine ernstlich gemeinte und mit redlichem Fleiß gearbeitete Uebersetzung der Lusiade endlich schien des Druckes nicht unwürdiger zu seyn als manches andre Produkt, das in Deutschland erscheint. Erst,