Eine Methode Zum Erinnern
An jenem Abend half Lukas' Mama ihm, ein kleines Pappschild zu basteln.
Das Schild war für die Innenseite seines Garderobenfachs. Darauf stand:
*RANZEN-CHECK. Hast du ihn dabei? Brot? Federtasche? Bücher? Mantel?*
Seine Mama half ihm auch, eine kleine Gewohnheit anzulegen. Wann immer er einen Raum verließ — Kunst, Mathe, Halle, Bibliothek — würde er vor dem Gehen einmal „herumschauen". Er würde auf seinen Tisch schauen, auf den Boden bei seinem Tisch und auf den Stuhl, auf dem er gesessen hatte.
„Die meisten Sachen, die du verlierst", sagte seine Mama, „bemerkst du nicht, dass du sie liegen lässt. Das Herumschauen fängt sie ab, bevor sie weg sind."
Am nächsten Morgen holten sie den Ranzen aus dem Kunstraum. Das Brot war natürlich nicht mehr gut (Mama warf es weg, als sie nach Hause kamen), aber das Matheheft war in Ordnung und die Federtasche war in Ordnung.
Herr Halpern hatte sogar eine kleine Notiz an die Tasche gehängt:
*Hallo Lukas. Schön, dass du daran gedacht hast. — Herr H.*
Lukas pinnte die Notiz in sein Garderobenfach, neben das Pappschild.
Den Rest des Schuljahres vergaß Lukas seinen Ranzen nur zweimal. (Vorher: viele Male.) Das Herumschauen funktionierte meistens.
Als er das zweite Mal vergaß, dachte er daran, durch seinen Tag zurückzudenken, so wie er es mit seiner Mama gemacht hatte. Er fand ihn alleine.
Das, sagte seine Mama, war sogar besser, als
