Chapter

Lottes Gluck

Conrad Elje ging mit langen Schritten in den Anlagen auf und nieder. Er hatte seiner Gewohnheit nach die Hände um die Stockkrücke auf den Rücken gelegt. Ab und zu blieb er stehn, atmete tief die laue feuchte Herbstluft und blickte mit leicht ermüdeten Augen um sich in eine Umgebung, die er von Kindheit an kannte und in der sich wenig verändert hatte. Von der kleinen Brücke aus Birkenholz, die einen schmalen, sanft durch die Auen verrieselnden Arm des Hauptflusses überspannte, sah er linker Hand zwischen den Bäumen hindurch die Schlote der väterlichen Hochöfen ragen. Nach rechts herüber, da, wo das Gelände sich abwärts der Ebene zu neigte, in der die Nachbarstadt lag, schimmerten die Dächer der Arbeiterhäuser durch das herbstliche Laub. Nur undeutlich waren sie um diese stunde noch erkennbar, denn merklich schnell sank die Dämmerung in den früh hereinbrechenden Abend. Conrad Elje stand noch einen Augenblick auf dem schmalen Steg, die eine Hand auf das weißliche Birkengeländer gestützt. Er machte eine Bewegung, als ob er sich wieder umwenden wolle, den eben zurückgelegten Weg noch einmal zu gehen, als er in der Ferne, in fast gerader Richtung auf die Brücke zu, Licht aufschimmern sah. Es kam aus dem Giebel seines eigenen kleinen Blockhauses. Da richtete er sich straffer in den Hüften auf und schlug den Rückweg ein. Die Arbeit lockte und rief. Lange genug war er schlaff und

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