1. Kapitel. Der Mann im Fenster
1. Kapitel. Der Mann im Fenster. Durch die fahle Morgendämmerung erklang ein gellender Hilferuf. — Er übertönte das Rauschen der Palmen und das lustige Kreischen der Affen, die hier in den großen Garten des Europäerviertels der uralten, heiligen Stadt Benares hausten. Wir drei — Lord Horace Wiclaytour, Harald Harst und ich — waren wie angewurzelt stehen geblieben. Wir starrten empor zu dem offenen Fenster des weißen Bungalow, der dicht an der Straße, nur zum Teil durch Büsche verdeckt, sich erhob. Dort hockte auf dem Fensterkopf ein Mann im langen Nachthemd, hielt sich krampfhaft am Fensterkreuz fest und winkte uns jetzt. Wir eilten auf die Gartenpforte zu. Sie war verschlossen. Wir kletterten hinüber, rannten weiter. Der Mann am Fenster war verschwunden. Aber das Fenster stand noch weit offen. Der Bungalow war — eine Seltenheit — zweistöckig. Das offene Fenster lag gerade über dem Eingang des Hauses und über dem Verandadach. Harst drückte auf den Knopf der Klingel an der Haustür. Es dauerte wohl fünf Minuten, bis ein indischer Diener erschien und uns einließ, nachdem Harst ihm erklärt hatte, was geschehen. Wir stürmten die Treppe hinan. Uns trieb die Angst vorwärts, daß dem Manne, der da, so ganz erfüllt von offenbar wildestem Entsetzen, um Hilfe gerufen hatte, inzwischen etwas zugestoßen sein müsse. Harald war als erster oben, fand sich leicht zurecht, rüttelte jetzt an einer