Was-Die-Stunden-Buchstabierten
Sie arbeitete sich durch die Nacht, während der Wachtmeister am Türrahmen döste und die Lampe niederbrannte.
Zuerst versuchte sie das Naheliegende und wurde davon enttäuscht. Die Zeiten in der Reihenfolge, in der sie sie gefunden hatte, ergaben nichts; von der kleinsten zur größten geordnet, ergaben sie nichts; als Summe gelesen, kamen sie auf eine Zahl, die keinen Geburtstag, keinen Jahrestag, keine Straße bedeutete, die sie kannte. Beinahe hätte sie es dem Kummer überlassen, da fiel ihr ein, was Silas immer sagte, wenn sie sich darüber stritt, welcher Uhr zu trauen sei: *Lies sie in ihrer Ordnung an der Wand, Mädchen. Eine Uhr hält ihren Platz besser als ihre Zeit.*
Also stellte sie sich in die Mitte des Raums und las sie nicht, wie sie sie vorgefunden hatte, sondern wie sie hingen — im Sonnenlauf, beginnend an der Tür, so wie man eine Seite liest. Und diesmal las sie nicht die Stunde. Sie las das Türchen des Kuckucks, das bei der Zwölf offen stand; das Gehäuse des Chronometers, dessen Verschluss er offen gelassen hatte; jede Uhr, die er berührt hatte, sah sie nun, hatte er auch *geöffnet*, das Zifferblatt aufgeschwungen oder die Pendeltür angelehnt. Jede bis auf vier. Und diese vier, geschlossen und dunkel, saßen in den vier Ecken des Raums wie die Ecken eines Umschlags.
Da begriff sie: Die offenen Uhren waren die Botschaft, und die geschlossenen nur der Rahmen. Sie las