Liwuna und Kaidoh
Es schneit Jasminblüten. Und ich schwebe in dem Jasminblütenschnee ganz langsam, als hätte ich Zeit – viele tausend Jahre nur so hinzuschweben in duftenden Blüten. Betäubend ist der Duft und es ertönt unter mir lautes Gelächter – das wird immer stärker – so stark wie wildes Donnern. Der lachende Donner wird aber bald schwächer und verhallt in der Tiefe. Und ich höre nichts mehr von dem grossen Lachen. Es verschwinden auch die Jasminblüten – die letzten fallen schnell hinunter. Der Vollmond scheint mir ins Angesicht. Ich schwebe zwischen weissen, flockigen Wolken, die eben so vom Vollmonde beschienen sind wie mein Angesicht, höher und höher. Es geht immerzu hinauf, und es geht so leicht; ich brauche nur die Fusszehen zu bewegen. Der Mond wird kleiner und geht zur Seite als kleiner Stern. Und dann sehe ich nur noch Sterne – über mir – unter mir – und überall. Schwarz ist der Himmel, und die Sterne sind alle zu sehen – auch die kleineren. Ich schwebe leicht durch die unzähligen schimmernden Sterne durch – weiter hinauf in die dunkleren Räume, in denen nicht mehr so viele Sterne leben. Es ist da so kühl. Und mir ist so, als schwebe was neben mir. Es sind leichte, feine Gewänder – weisse – zarte. Und ich frage leise: »Wer ist bei mir?« Und ich höre eine ferne Stimme sagen: »Dein Weib ist bei dir – die Frau, nach der du dich gesehnt hast, so lange, lange Zeit.« Und ich antworte