Chapter

Einleitung

»Traurig und groß ist die Bestimmung des Künstlers!« Im Gegensatze zu dem Verfahren bei den ersten Biographien lassen wir diesmal, sowie es auch der Meister in seinem gewaltigsten Oratorium gethan, das Leben des Helden durch seine Thaten sich selbst erzählen, die sich denn ebenfalls in steter Steigerung vor uns aufrollen. Da ist zunächst seine erste Jugendzeit mit ihrer unbegreifbaren Virtuosenschaft. Es ist ein wahres Erdrücken der Schlangen in der Wiege, so spottet diese Kraft jeder Hemmung und Schwierigkeit in der Darstellung ihrer Kunst. Da ist die Aufnahme neuer Keime aus dem ewig fruchtbaren Naturleben, vor allem aus der dämonischen Welt der Zigeuner. Da ist jenes Aufleuchten des großen Menschen in dem großen Künstler: es ersteht an der Reibung mit einem verwandten Genie, dem aber anders als bei Liszt selbst, das Letzte, was auch dem künstlerischen Schaffen zu Grunde liegt, der Genius der Menschheit nicht aufgegangen war, – wir meinen den großen Geiger Paganini, – und es bethätigt sich dann sofort mächtig in der Berührung mit dem einzig ebenbürtigen Künstler, der ihm im Leben begegnete, dem er selbst aber auch durchs ganze Dasein treu die große That verwirklichen half, die wir heute in unserem » Bayreuth« besitzen. Da ist ferner in bewundernswerther Vielseitigkeit die thätige Antheilnahme an sämmtlichen entscheidenden geistigen Fragen der Zeit und der Menschheit: wir

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