Chapter

Erstes Capitel

Als sie Beide beruhigt waren, sahen sie ein, daß sie sich weniger mit ihren Gefühlen, als mit den Verhältnissen zu beschäftigen hätten. Fontanieu benutzte diese Gelegenheit, um sich über seine ihm immer verhaßter werdende Beschäftigung auszusprechen Er gab der Marquise zu bedenken, daß sie in Zukunft noch viele unangenehme Auftritte zu erwarten hätten, und gestand ihr, daß er selbst ihre Stellung als Verkäuferin von Hauben, Unterröcken und Windeln höchst lächerlich finde. Die Gesellschaft werde sie gewiß mit ihrem Haß verfolgen, weil sie sich gegen ihre Sitten und Gebrauche aufgelehnt, und an neuen anstößigen Auftritten werde es gewiß nicht fehlen. Emma mochte nicht zugeben, daß die Verwirklichung eines ihr so ehrenvoll scheinenden Planes unmöglich sei; in ihrer Herzensreinheit sah sie nicht ein, daß ihre Uneigennützigkeit und Anspruchlosigkeit den Haß Anderer erregen könne; sie konnte nicht glauben, daß die Gesellschaft, welche gegen die frech einhergehende Schmach so nachsichtig ist, unversöhnlich sein werde gegen zwei harmlose Wesen, die nur in Ruhe und Frieden zu leben wünschten. Aber Louis von Fontanieu gab sich nicht überwunden; er meinte, in einer andern Stellung werde er die feurige Liebe wiederfinden, die in der Atmosphäre der Curszettel und Wechsel bedeutend erkaltet war. Er schilderte mit grellen Farben seinen Widerwillen gegen das Geschäftsleben und betheuerte, wie

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