Vorwort
Novelle Leipzig, Otto Wigand's Verlags-Expedition 1835 Sr. Durchlaucht dem Fürsten Pückler-Muskau k. preuß. General-Major. Ew. Durchlaucht wird es nicht befremdet haben, daß es just Liebesbriefe waren, um deren Dedikation willen ich Ihnen nach Algier schrieb. Es hat mir immer geschienen, als stünden Ew. Durchlaucht stets wie ein Liebhaber der Welt gegenüber, der jede Gelegenheit mit Freuden ergreift, wo er dieser Geliebten ein billet doux schreiben kann. Und es ist so gut, die Welt zu lieben, denn sie ist eben die Welt, ein launisches Frauenzimmer. Und ich glaub' es zu wissen, daß Sie das kecke Göthe'sche Wort auch immer mit innigem Vergnügen gelesen haben: »Wenn ich Dich liebe, was geht's Dich an? « Ew. Durchlaucht Freund, oder Vertrauter oder Expedient, oder was er sonst sein mag, kurz der »Verstorbene«, der »Tuttifruttist« hat sich immer so wahr und natürlich geäußert, er hat die moderne Welt für mehr als eine bloß faktische, und zufällige angenommen, er hat ihre Gelüste, Sympathieen, ihre Neigungen und Richtungen nicht ohne Weiteres verdammt, sondern der Prüfung anempfohlen, kurz er hat sich keiner Art geselliger Spekulation abhold gezeigt. Diese Liebesbriefe enthalten zwar keine Spekulation, aber sie enthalten vielleicht die Anregung dazu; wie ich denn überhaupt glaube, daß dem Roman und der Novelle nicht viel mehr zukommt. Das Kunstwerk hat nicht den Katechismus, das