Ankunft in der Stadt an den zwei Flüssen
Während des ganzen langen, lauen Frühlingstages hatte Axel Kronar durch das Coupéfenster die eintönige Ebene an sich vorüberziehen sehen. Abends traf er endlich an seinem neuen Bestimmungsorte ein. Langsam fuhr der Zug über die große Brücke, die zwei Länder verbindet, und vom hohen jenseitigen Flußufer funkelten ihm die Lichter der Stadt freundlich entgegen. Ein Kanzleidiener erwartete Axel auf der Station und teilte ihm mit, der Gesandte lasse ihn bitten, nicht ins Hotel zu fahren, sondern vorläufig bei ihm zu wohnen. So stieg er in eine offene Droschke, auf deren Bock der Kanzleidiener kletterte, während sein eigener Diener mit dem Gepäck folgte. Der Mond stand am Himmel, spiegelte sich in dem still gleitenden Flusse und beschien die niedrigen weißen Häuschen, die die steilen Abhänge hinaufzuklimmen schienen. Die Droschke holperte bergan auf dem schlechten Pflaster der menschenleeren Straßen, an deren Seiten Reihen junger Bäume standen. Aus nahen Gärten, die Axel nicht genau zu unterscheiden vermochte, strömte der Duft feuchter Erde und blühender Frühlingsbüsche hinaus in die Nacht, Erinnerungen und Heimweh weckend. Axel aber war weder alt noch jung genug, um sich bei Heimwehgedanken lange aufzuhalten; er stellte Vergleiche an zwischen der kleinen, wie im Zauberschlaf daliegenden Stadt und seinen beiden ersten Posten, Paris und Petersburg, von wo er eben kam, und er fand, daß