Erster Teil
1 Pavel Ondracek, mit seiner Braut Lyda: »Da ist etwas nicht in Ordnung.« Lyda: »Die Kinder spielen wie sonst.« Pavel: »Die Frauen tratschen wie alle Sonntage, aber woran denken sie? An dasselbe wie wir?« Lyda: »Stell dich nicht dumm, Pavel, du weißt, worauf die Leute neugierig sind.« Pavel: »Dann hab ich es, meiner Seel, vergessen über deinem Anblick, Lyda.« Lyda: »Wirklich wahr?« Pavel: »Mit dir in blumigen Wiesen sitzen, dich Kränze flechten sehen, ringsum versinkt die Welt. Nur leider war ich nicht kühn genug.« Lyda: »Ich will dich nicht kühn. Sei gut und treu!« Pavel: »Ich kann doch nur treu sein. Nach den Schrecken von Prag, bei dir die Ruhe und dein liebes Herz!« Lyda: »Wie klug, daß du zu uns herauskämest aus der Stadt, bevor die Universität geschlossen wurde!« Pavel: »Als meine Kameraden demonstrierten und erschossen wurden.« Lyda: »Du hast den Deutschen nichts getan, du bist in Sicherheit.« Pavel: »Und du verachtest mich.« Lyda: »Ich – dich verachten?« Pavel: »Wer flieht, verdient es. Aber ich werde etwas tun, daß keiner mich schief ansieht.« Lyda: »Rede nicht sinnlos! Alle müßten sich voreinander schämen, wenn es darauf ankäme, nutzlos zu demonstrieren gegen einen Sieger, der die Macht hat.« Pavel: »Es kommt darauf an, im vollen Ernst etwas auszurichten, und dieser falsche Sieger muß es spüren. Es muß auf ihm sitzenbleiben untilgbar.« Lyda: »Was könnte das sein? Du