Leut'
Da hinten, wo die Farne um das glucksende Bächlein stehen und seitwärts an der lichten Blöße die roten Fingerhüte leuchten, dort, wo der verlassene Fuchsbau zwischen den Steinriegeln liegt und der große, blühende Hollunderbusch steht, dort haben sie heute eine Schule gegründet. Viel Umstände gab's da nicht. Die Gründung war eine Sache von herzerquicklicher Einfachheit. Ein kleines, schmutziges Kerlchen, das barfuß in Hemd und Lederhöschen steckte, zog aus der Tiefe seiner Hosentasche etwas, das einmal ein Messer war. Damit schnitt er im Buschwerk eine Gerte, ließ sie prüfend durch die Luft sausen und rief hell: »Mädle, jetzt han i eine, die fitzt anderst. Jetzt wurd Schulmeisterles do.« Die drei Angerufenen drehten die erhitzten Gesichter dem Herrn und Gebieter zu. Zwei nahmen dann die Schürzchen, die dritte das blauleinene Röckchen hoch, und sie wischten sich eifrig Schmutz und Schweiß ab. Darin lag ihre Zustimmung zum Schulprojekt. »Uf was sitzet mer na?« fragte jetzt, sich umschauend, die Größte. »O Kätterle,« gab rasch und ungeduldig der Bub zurück, »uf was sitzet denn d' Edelleut? – –« Beschämt, daß sie eine überflüssige und törichte Frage getan, setzte sich die Gemaßregelte jäh zwischen die Farne und die beiden andern nahmen schweigend und erwartungsvoll neben ihr Platz. Seine Gerte verheißungsvoll schwingend, trat jetzt der barfüßige Schulmeister vor die Klasse. Wie in