Chapter

Edith

Max Pallenberg gewidmet »Immer rutscht dir der Kragen deines Rockes oben hinaus. Der Überzieher, wie oft habe ich dir dies gesagt, soll so hoch sitzen, daß niemand sehen kann, was du heute für einen Anzug trägst. Du bist ein fürchterlicher Mensch, immer ist etwas bei dir nicht in Ordnung. Entweder du schleifst ein Schuhband durch den Kot, oder du setzt den alten Filzhut auf, den ich dir zehnmal weggenommen habe.« Sie band ihm die Krawatte, sie schnitt mit ihren leichten Händen eine Grube in seinen weichen Hut, sie drückte ihm matte graue Rehlederhandschuhe in die Rechte. Dann stellte sie ihn vor den Spiegel: »Georges, jetzt schau dich einmal an, jetzt siehst du nicht aus wie der Vertreter von ›Lederer & Kuhn‹, jetzt könnte man dich für einen Bankdirektor halten.« Georges steht vor dem Spiegel, aber es fällt ihm nicht ein, sich anzuschauen, er genießt das Glück, neben seiner jungen Frau zu stehen und sie neben sich im Spiegel zu sehen. Er muß, es kann nicht anders sein, er muß seine Hand um ihre Taille legen und sie quetschen: »Kein Mieder?« »Nie mehr, Doktor Thurnwald sagt, das haben nur dicke Frauen nötig.« Georges quetscht ihre Mitte noch fester an sich. Plötzlich sagt er, vom Spiegel wegtretend: »Findet Doktor Thurnwald deine Figur so gelungen?« »Georges, sei nicht dumm und eifersüchtig. Er hat es gar nicht zu mir gesagt, er hat es ganz im allgemeinen bei dem Vortrag im

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