Chapter

Vorwort des Übersetzers

Wenn die leichtgläubige Hoffnung einen zuversichtlichen Blick auf die Zweifel eines verlassenen und trostlosen Gemüths wagt, um sie zu prüfen und zu heilen, so schwankt ihr Fuß am Rande des Abgrundes, ihr Auge trübt sich, sie unterliegt dem Schwindel und dem Tode. Ungedruckte Gedanken eines Einsiedlers. Vorwort des Uebersetzers. Die Romane von George Sand finden in Frankreich großen Beifall und ein so bedeutendes Lesepublikum, daß wiederholte Auflagen nöthig wurden. Der vorliegende „Lelia“ ist nach der zweiten Auflage übersetzt worden, um endlich auch das größere deutsche Publikum mit der Schreibart der Verfasserin (George Sand soll der angenommene Name einer Dame seyn), von deren Werken meines Wissens noch keins ins Deutsche übertragen wurde, bekannt zu machen. Den Roman ganz in der Breite des Originals wiederzugeben, habe ich Bedenken getragen und mir einige Abkürzungen erlaubt, um das Buch dadurch dem deutschen Geschmack besser anzupassen. Von der Handlung ist nichts weggelassen worden, nur von den oft zu weitschweifigen Gesprächen und Apostrophen. Zwar klingt das Alles in dem klassischen Französischen des Originals recht hübsch, mag auch dem redseligen Franzosen ganz recht seyn; aber der Deutsche liebt die zu gedehnte Weitläuftigkeit nicht. Es werden in diesem Romane Ansichten über das menschliche Leben entwickelt, die in unserer Zeit viele Bekenner finden dürften, die aber

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