Der Zauberer und der Krieger
Es war im Sommer des Jahres 1491, und die Stadt Granada von den Heeren Ferdinands und Isabella's umschlossen. Die Nacht war nicht weit vorgeschritten; ruhig schien der Mond aus Andalusiens durchsichtiger Luft auf das ungeheure, dumpf tosende Lager der Spanier herab und strömte sein Dunstlicht auf die Schneekuppen der Sierra Nevada, die mit dem üppigen, durch keine Verwüstung ganz verdrängbaren Grün des reizenden Thales einen eigenthümlichen Gegensatz bildeten. In den Straßen der maurischen Stadt verweilte noch manche Gruppe. Einige horchten, als wüßten sie nichts von der Belagerung, ganz ruhig auf die Saiten der Laute, oder die Erzählungen irgend eines arabischen Improvisators; Andere unterhielten sich mit einer Lebhaftigkeit des Geberdenspiels, die nur eine außerordentliche Aufregung der würdevollen Stille, die man bei jedem orientalischen Volke trifft, abgewinnen konnte. Allein die öffentlichen Plätze, auf welchen sich diese verschiedenen Gruppen gesammelt hatten, hoben das öde, feierliche Schweigen, das auf der übrigen Stadt brütete, nur um so eindringlicher hervor. Um diese Stunde sah man einen Mann, niedergeschlagenen Blicks und die gekreuzten Arme in das wallende, bis auf die Füße hinab reichende Gewand gehüllt, einsam und achtlos auf Alles um ihn her, durch die Straßen gehen. Diese Achtlosigkeit wurde jedoch von den Menschenhaufen, an welchen er von Zeit zu Zeit