Chapter

Verschneite Wege

Die Ebene lag in bläulichem Schneelicht weithin unbegrenzt da. Die schlecht gehaltene Landstraße von der Stadt zu dem mehrere Werst entfernten Bahnhof war die einzige belebte Linie in dem ruhigen großen Bilde. Plötzlich glänzten in dem grauen Bahnhofsgebäude die elektrischen Lampen auf. Und fast, wie wenn von unsichtbarer Hand ein riesiger schwarzer Mantel herabgeworfen würde, hüllte sich die eben noch im letzten Dämmerlichte matt glänzende Fläche in ein undurchdringliches Dunkel. Auf dem Bahnhof wurde es immer lebhafter. Die Schenktische in den Wartesälen wurden frisch besetzt, die dampfenden Teemaschinen hereingetragen, die Bauern mit ihren Weibern, die noch eben vor dem bunten Heiligenbilde über dem Altar in der weiten Vorhalle gelegen hatten, rafften Sack und Pack zusammen und gingen in ihren hohen Filzstiefeln, an denen der aufgetaute Schnee herniederrann, dem Bahnsteige zu. Der Ausrufer erschien in den Wartesälen und meldete die Ankunft des Schnellzuges, der von Poltawa nach Rostow am Don die Station passiert. Der Zug lief ein. Es war ein geschäftiges Hin und Her aus den warmen Wagen in die Speisesäle und wieder zurück. Es hatte längst zum Einsteigen geläutet, als verspätet auf einem andern Geleis der Schnellzug einlief, der gerade von Norden nach Süden, von Charkow nach der Krim läuft. Im selben Augenblick, wo der Zug hielt, entstieg ein junger Mann in Eile einem der

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