Vorrede
Honoré de Balzac Lebensbilder Dem Verfasser des letzten Chouan, oder die Bretagne im Jahre 1800. Aus dem Französischen übersetzt vom Dr. Schiff Drei Teile in zwei Bänden Mit einer Geschichte des Werkes und einer Biographie Schiffs herausgegeben von Friedrich Hirth Zweiter Teil Vorrede des Verfassers Es gibt ohne Zweifel Mütter, denen eine vorurteilsfreie Erziehung keinen der weiblichen Reize geraubt: deren gründliche Geistesbildung sich von aller Pedanterie frei erhielt; – werden diese die Lehren, die ich hier gegeben, ihren Töchtern vorlegen? – Der Autor wagt, dies zu hoffen. Der unparteiische Leser wird ihm daraus keinen Vorwurf machen, daß er das Familienleben, welches man heutzutage den Blicken der Welt so sehr als möglich zu entziehen strebt, in wahrhaften Gemälden aufgedeckt hat. Er hat die gefährlichen Stellen des Lebenspfades mit Merkzeichen ausgestattet, wie die Schiffer der Loire die Sandbänke bezeichnen, um den Augen des Unerfahrenen eine sichtliche Warnung zu geben. Soll er auch in den Salons um Vergebung nachsuchen? – In diesem Werke gibt er der Welt wieder, was ihm die Welt gegeben. Wird man es ihm dort verübeln, daß er die Ereignisse, die einer Heirat vorangehen oder nachfolgen, treu geschildert, und sollte deshalb sein Buch jungen Frauenzimmern entzogen werden, die auf demselben Schauplatz einst sich zeigen müssen? Der Autor sieht nicht ein, weshalb eine Mutter