Chapter

Erstes Kapitel

Wohl dem, der den Herrn fürchtet und auf seinen Wegen gehet. (Ps. 128,1.) Im südwestliches Theile des Badener Landes liegt, unweit der Ausmündung des engen Wehrathals, das Dörfchen Dossenbach. Die kleine Häusergruppe bietet nichts Anziehendes, macht sogar einen ärmlichen Eindruck: um so romantischer ist das Panorama rings um den Ort. Schroffe Porphyrkegel steigen im Osten auf, während sich im Westen die Muschelkalkhügel des Dinkelbergs erheben; der Norden zeigt das tiefe Blauschwarz des Schwarzwalds mit seinen Schluchten und Thälern, der Süden dagegen eröffnet einen Ausblick in das Land der Berge und Matten, der herrlichen Schweiz. Ernst grüßen aus nebelgrauer Ferne die Riesen des Berner Oberlands herüber, hin und wieder grelle Blitze entsendend, wenn ein voller Sonnenstrahl die ewige Schneedecke streift, welche die Gipfel der Felsen umgiebt. Immer und immer wieder wendet sich der Blick diesem, die Größe und Allmacht Gottes verkündenden Bilde zu, von dem sich zu trennen Jedermann schwer fallen dürfte, in dessen Brust ein warmes, für die Schönheiten der Natur empfängliches Herz schlägt. In demselben Falle schien sich ein junger Mann von etwa zweiundzwanzig Jahren zu befinden, der an einem Sonntagnachmittag des Frühlings 1857 auf einem der Hügel des Dinkelbergs sich niedergelassen hatte und unverwandt nach den schneeigen Häuptern des Berner Oberlands blickte. Seine Kleidung

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