Einleitung des Herausgebers
Schon im »Peter Leberecht« (1795) heißt es: »Schriften«, Bd. 15, S. 21. »Die gewöhnlichen Leser sollten ja nicht über jene Volksromane spotten, die von alten Weibern auf der Straße für einen und zwei Groschen verkauft werden; denn ›Der gehörnte Siegfried‹, ›Die Heymonskinder‹, ›Herzog Ernst‹ und die › Genoveva‹ Über Entstehung, Überlieferung, Fortbildung und Verbreitung der Legend hat gründlich gehandelt B. Seuffert: »Die Legende von der Pfalzgräfin Genoveva« (1877). haben mehr wahre Erfindung und sind ungleich reiner und besser geschrieben als jene beliebten Modebücher [die Ritterromane des 18. Jahrhunderts]. Will der Leser mir nicht auf mein Wort glauben, so mag er jene schlecht gedruckten und verachteten Geschichten selber nachlesen, und wenn sein Geschmack noch nicht ganz und gar zu Grunde gegangen ist, so wird er diesen vor jenen den Vorzug geben.« Im Anfang des »Sternbald« (1798) läßt Tieck ferner eine Person unter anderm die Geschichte von der heiligen Genoveva vortragen, zur Andacht und Rührung der Zuhörer, und gegen den Schluß desselben Buches »Schriften«, Bd. 9, S.370. soll der Held in einem Kloster ein Gemälde auffrischen, das Genoveva darstellt, »wie sie mit ihrem Sohne unter einsamen Felsen in der Wildnis sitzt und von freundlichen, liebkosenden Tieren umgeben ist«. Es ist hier nicht der Ort, darauf näher einzugehen, wie Tiecks schöner Eifer für die ältere