Einleitung und Biographie
So wohlthuend wie für den ermüdeten Pilger die erfrischende Oase, berührt den Leser inmitten der schrecklichen Ereignisse der französischen Revolution die poetische und tief empfundene Schilderung des Chevalier Faublas von seiner einzigen wahren Geliebten Sophie, die er uns in lieblichster Form vor die Augen führt. In einer Zeit, wo jedermann mit der rasenden Schnelligkeit des Blitzes auf einen andern Pfad versetzt wird, wo Alles von dem wilden Tosen des Aufruhrs und Hasses übertönt wird, lauscht man mit Interesse den innigen Liebesworten des jungen galanten Chevalier's. »O meine Sophie!« ruft er in Kummer und Elend, in der schrecklichsten Gefahr und selbst in der Bastille aus. Überall bei seinen galanten Abenteuern begleitet ihn ihr Bild. Und Sophie ist es denn auch allein, welche ihn über alles Unedle und Niedrige erhoben hält und nach allen Prüfungen des Lebens geläutert, zu sich emporhebt und endlich in wahrer Liebe als ihren Gatten empfängt. Ich glaube, dass man vergebens einen zweiten Roman suchen würde, der vollendeter in seiner Durchführung, seiner in der Auffassung, und im besseren Zusammenhange ist, als Louvet's Faublas. Ein eleganter Stil, die spannende und logische Handlung, stempeln Faublas zu einem der vorzüglichsten Romane. Es muss vorzüglich hinzugesetzt werden, dass dieser Roman mit den hunderttausenden Alltagsromanen, die, ich glaube wohl! jährlich, und