Chapter

Erstes Capitel

Nach Bordeaux brachte meine Tante, die Gräfin von Lauzun, ihre Tochter, welche bei der Königin bleiben sollte. Ich beschäftigte mich viel mit der liebenswürdigen Cousine, um ihrem Bruder zu gefallen, der sie sehr lieb hatte und sie mir dringend empfahl. Ein Jahr später verheirathete sie sich mit dem Grafen von Nugent. Auf dieser Reise sahen wir uns kaum und waren nie allein. Herr von Valentinois verließ mich nicht. Meine Liebhaber, mein »Erster Bruder« wie man damals sagte, vergingen fast; ich konnte ihnen aber so wenig helfen, wie mir selbst. Der Cardinal wollte zu Ehren der jungen Königin in Paris ein Ballet geben lassen, aber der Saal, in welchem die Vorbereitungen stattfanden, fing Feuer und der Cardinal erschrak so sehr darüber, daß er sich nach Vincennes bringen ließ, wo er zwei Monate darauf starb. Er hinterließ meinem Vater hunderttausend Livres und dies tröstete ihn schnell über den Verlust seines großen Freundes. Herr von Monaco fing um diese Zeit an mich zu drängen mit ihm nach Italien zu gehen; ich schlug es ihm so bestimmt und in so derber Weise ab, daß er sich bei meinem Vater beklagte. Dieser lachte wie gewöhnlich und billigte es, daß ich am Hofe bleiben wollte. »Sie werden Zeit genug haben in Monaco zu seyn, wenn Sie regieren; da Ihr Vater den Platz noch einnimmt und ausfüllt, so lassen Sie ihn doch.« Das gefiel meinem Herrn Gemahle nicht und ich fürchtete eines

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