Chapter

Erstes Kapitel

Von meiner Begegnung auf der Landstraße Die große Landstraße von Artois und Flandern ist lang und öde. Ohne Bäume und Gräben verläuft sie schnurgerade zwischen Feldern, die bei jedem Wetter mit einer gelben Schmutzschicht bedeckt sind. Auf dieser Straße befand ich mich im März 1815, und die Begegnung, die ich dortselbst hatte, ist mir seither unvergessen geblieben. Ich war allein und zu Pferde; ich trug einen guten weißen Mantel, roten Rock, schwarzen Helm, Pistolen und einen großen Säbel. Seit vier Marschtagen und -nächten hatte es in Strömen geregnet; ich erinnere mich jedoch, daß ich aus voller Kehle das Lied des Giocondo sang. Ich war ja so jung! – Der König hatte im Jahre 1814 nur Knaben und Greise um sich gesammelt; wie es schien, waren alle Männer vom Kaiser verschleppt und aufgeopfert worden. Als Gefolge König Ludwigs XVIII. waren meine Kameraden auf der Straße weit voraus, und ich sah am nördlichen Horizont ihre weißen Mäntel und roten Röcke schimmern. Die Lanzenreiter Bonapartes, die unseren Rückzug bewachten und uns Schritt für Schritt folgten, ließen am entgegengesetzten Horizont die dreifarbigen Wimpel ihrer Lanzen flattern. Mein Pferd war wegen eines verlorenen Eisens zurückgeblieben. Es war ein junges, starkes Tier, und ich gab ihm die Sporen, um meine Schwadron zu erreichen; so fiel es in Trab. Ich legte die Hand auf meinen dick mit Gold gepolsterten Gürtel; die

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