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Laurenz Hallers Praterfahrt

Hallers Unglück war, daß seine Frau Flora einer zu feinen Familie entstammte. Sie war die Tochter eines Beamten der Österreichisch-Ungarischen Bank und eine leibliche Tante, die älteste Schwester ihrer Mutter, war sogar Hofrätin. Allerdings war diese gleich nach der Ernennung ihres Gatten mit den ärmeren Verwandten böse geworden und aus unerfindlichen Gründen bis an ihr Lebensende geblieben. Nichtsdestoweniger fiel ein Abglanz ihrer hohen Würde auf die ganze Familie, und wenn man von Flora in ihren Kreisen sprach, so vergaß man selten zu erwähnen, daß sie als die Nichte einer Hofrätin gewisse Ansprüche zu stellen wohl berechtigt wäre. Auch ihr Gatte, der Revident der Staatsbahnen Laurenz Haller, gestand ihr dies ohne weiteres zu. Er wußte die Ehre, eine Oberleitnerische -- dies der Name der Familie -- zu besitzen, wohl zu schätzen und war in jedem Augenblicke seiner Ehe bemüht, sich ihrer würdig zu erweisen. Er selbst war ein Plebejer, Sohn eines Bahnhofportiers, und wenn er es unter solchen Umständen bis zum Revidenten gebracht hatte, so setzte das nicht allein ungewöhnliche Fähigkeiten, sondern auch Glück voraus. Herr Laurenz Haller konnte mit seinem Schicksal wohl zufrieden sein, und er für seine Person war es ja auch. Er bezog ein fixes Gehalt von 2800 Kronen jährlich, was sehr viel ist, wenn man erst zwölf Jahre dient. Überdies besaß Flora auch einiges Vermögen, das bei

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