Auf der Strathaird
Ein Königsmord hat sich begeben, Alexander II. von Serbien, vorgestern als Gast nach Frankreich gekommen, wurde bei seinem Einzug in Marseille erschossen. Nicht nur er; der französische Außenminister Barthou saß neben dem König im Wagen und fand gleichfalls den Tod. Der Attentäter wurde niedergesäbelt, in seinen Taschen war ein tschechoslowakischer Paß. Auch Komplizen, die mit ihm im Hotel gewohnt, hatten dort tschechoslowakische Pässe vorgewiesen. Razzien auf Tschechoslowaken und Jugoslawen; 418 wurden allein in Marseille der Präfektur vorgeführt, in Paris mehr als 300. Die Ausfahrtstationen der französischen Bahnlinien und die Häfen stehen unter Bewachung . . . Hell lodert die Aufregung überall in der Welt, insbesondere in Frankreich, insbesondere in Marseille. Die Stelle der Tat ist umlagert; im Mittelpunkt des Menschenkreises wird jeder gegen jeden gedrängt, die dahinter heben sich auf die Zehenspitzen, um eine Spur der Lache zu sehen: Königsblut, Ministerblut, Attentäterblut. Plakate der »Action Française« und anderer faschistischer Verbände schreien, die Fremden seien schuld, sie, die unwillkommenen Gäste Frankreichs, meucheln die 8 willkommenen; nieder mit den roten Vaterlandsverrätern, den Agenten Moskaus, hinaus mit den Fremden. Plakate der Antifaschisten antworten: der Wagen des Königs war ungeschützt, wie vor drei Jahren der Präsident der Republik ungeschützt